Endlich haben wir es geschafft! Wir waren auf der Dracon, der kleinen sympathischen Pen & Paper Convention in der Eifel, genauer im Schullandheim Paustenbach, unweit der deutsch-belgischen Grenze. Seit Jahren hören wir in zweiwöchigem Abstand von diesem tollen Event im DORPcast und jetzt standen die Sterne günstig. Das Wochenende wurde lang im Voraus freigehalten und wir haben mit vier weiteren Freunden über AirBnB ein Ferienhaus in der Nähe gemietet.  Die Anreise aus dem Frankfurter Dunstkreis an einem Freitag Nachmittag war erwartungsgemäß zäh, daher sind wir früh genug losgefahren. Das Ferienhaus selbst war dann schon das erste Highlight:

es war wie eine Zeitreise in die 50er/60er Jahre und auch die Vermieter waren ganz urige Typen. Das Ferienhaus hätte auch eine super Kulisse für ein Cthulhu-LARP abgegeben, allein schon das "Verbotene Zimmer" unter dem Dach sowie das gegenüber gelegene Einzelzimmer, mit dem kleinen Sichtfenster aus Glas in der Zimmertür, haben Fragen bei uns aufgerufen, die wir nicht beantwortet haben wollten :)

Nach dem Ankommen und Auspacken sind wir noch kurz in den Nachbarort zum Einkaufen gefahren, die Beute bestand aus viel Süßkram sowie einer großen Auswahl an Fleisch, da wir die Grillmöglichkeit des Ferienhaus am nächsten Tag für ein BBQ-Frühstück ausnutzen wollten. Dann ging es ins Schullandheim. Es waren bereits einige Leute vor Ort und wir wurden sehr freundlich empfangen. Im Grunde ist die Dracon von der Organisation her eine ganz normale Pen & Paper Convention. Man bezahlt seinen Eintritt, hat eine Kaffee- und Tee-Flatrate, es gibt sehr leckeres frisch zubereitetes Essen, die Spielleiter hängen ihre Rundenzettel aus und es gibt einige separate Räume, in denen Tische für die Spielrunden bereitstehen. Außerdem gab es noch eine ganze Menge Brettspiele, die man zwischendurch zocken konnte. Das ganze ist einfach nur kleiner und familiärer, als man es von den großen überregional bekannten Veranstaltungen her gewohnt ist. Es hätte auch begrenzte Schlafmöglichkeiten vor Ort gegeben, wir haben aber die dekadente Übernachtung im Ferienhaus bevorzugt.

Zum warm werden haben ein paar von uns erst mal den antiken Kicker gequält und wir haben uns viel mit den anderen Leuten unterhalten. Dann gab es noch eine Runde Dämonen-zerballern mit Doom, wir haben ein Exit-Spiel gespielt und es uns gut gehen lassen. 

Am nächsten Tag war dann Morgis großer Auftritt: das erste mal auf einer Con Spielleiten und dann auch noch ein System, mit dem sie selbst noch nicht so viel Erfahrung hatte: My Little Pony! Damit der Stresslevel nicht trotzdem zu niedrig ausfällt, hat der dorpige Scorp als Spieler in ihrer Runde mitgespielt. Scorp hat aber einen Großteil seiner 20 Waffeln der Spielrunde gespendet, das wird für etwas Entspannung gesorgt haben :)

Die Resonanz war aber positiv, denn Friendship is Magic! Simone hat bei Morgi mitgespielt, die anderen haben sich in der Zeit von Scimi bei einer Runde Black Hack mit einem 0-Level Funnel das Fell über die Ohren ziehen lassen. Schein ihnen aber auch Spaß gemacht zu haben. Michi hat noch eine Runde seines eigenen Dodeka-Systems (W12 ftw!) mit dem sehr coolen Space-Horror Kurzabenteuer angeboten. Ich habe mich dann vom dorpschen Thomas durch eine Runde 1W6-Freunde leiten lassen und die Jugenddetektive, die investigativen Journalisten der Schülerzeitung, konnten im finalen Show Down den Fall des verschwundenen Weihnachtsmann aufklären!

Später haben wir unter Leitung von Scimi noch eine sehr coole Runde Cthulhu Hack gespielt, die dann aber doch etwas länger ging, weswegen mir trotz des spannenden und verstörenden Abenteuers im Kalifornischen Hinterland öfter mal die Augen zugefallen sind (sorry, Scimi!). Um halb 5 waren wir dann im Bett.

Der Sonntag wurde dann auch viel zu früh vom Wecker eingeläutet, da wir um 11:30 Uhr das Ferienhaus in einem sauberen Zustand verlassen mussten. Vorher haben wir aber noch gefrühstückt und auf dem Weg zum Bäcker bin ich noch auf ein Relikt der Geschichte gestoßen, nämlich einer Panzersperre. Im morgendlichen Licht hatte dieses alte moosbewachsene Zeugnis des Krieges etwas malerisches, weshalb ich für ein Foto anhalten musste.

Auf der Dracon war dann etwas weniger los und man merkte schon, dass die Con sich langsam dem Ende nähert. Wir hatten noch das Glück, dass Der Tom uns noch eine Runde Paranoia geleitet hat, die erwartungsgemäß recht desaströs verlaufen ist :) Leider mussten wir in der Mitte abbrechen, da die Zeit schon zu weit voran geschritten war und wir uns wieder auf den Heimweg machen mussten.

Mein Fazit: Die Dracon war großartig und wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wiederkommen! Wir hatten super viel Spaß, viele nette Leute kennengelernt und tolle Spielrunden mitgenommen. Es war eine total nette Atmosphäre und man hat sich sofort aufgenommen gefühlt. Das Essen war prima, die Getränke sehr günstig, das nächste Mal werden wir gar nichts an Getränken mitnehmen sondern alles vor Ort kaufen. Vielen vielen Dank nochmal an alle tollen Helfer, die uns bestens versorgt haben, teilweise sogar mit einem Ramen-Bringservice direkt an den Spieltisch!
Ich vergebe 10 von 10 Waffeln ;)