Samstag fand deutschlandweit der GratisRollenspielTag statt und ich habe die Veranstaltung der "Ritter der Spielerunde" in den Heiligen Hallen der Terreon GmbH besucht. Hainburg ist eine kleine Gemeinde südöstlich von Hanau und die Räumlichkeiten von Terreon hatten bequem Platz für 3 parallele Runden, eine Küche für das leibliche Wohl war auch vorhanden.

Um 13 Uhr bin ich eingetrudelt, als auch schon fleißig an den Vorbereitungen des Private Eye One-Shots aus dem diesjährigen GRT-Paket gearbeitet wurde. Das System war schnell erklärt und wir haben den Mordfall auch nach ca. 2,5 Stunden erfolgreich aufgeklärt und die Schurken dingfest gemacht.

Anschließend kam für mich das Highlight des Tages: "Notruf von Space Research 3", ein von Michael, dem Gastgeber, selbst entworfenes FateCore Space-(Horror)-Szenario! Das Setting spielt in der fernen Zukunft im Jahr 12.630. Raumfahrt ist zwar weit verbreitet, aber

die Technologie ist nicht so weit entwickelt, wie uns frühe Science Fiction Fantasien versprochen haben. Schutzschilde gibt es nicht und mit Überlichtgeschwindigkeit kann auch nicht gereist werden. Maximal mit 0,5c können moderne Raumschiffe durch das All fliegen. Damit die Besatzung davon nicht zu viel mitbekommt ist die Kryostase ein weit verbreitetes Mittel, um die langen Reisen durch das All erträglicher zu gestalten.

Wir spielten die vier Besatzungsmitglieder eines kleinen Piratenschiffs: ein gesuchter Ex-Soldat, der zu Gewaltexzessen neigt, ein alkoholkranker Pilot, ein technikbegabter Mediziner, der ein Helfersyndrom hat und ein unüberlegt und sprunghaft handelnder Captain. Unser Schiff, die Phoenix, flog mit Autopilot durch das All und sollte uns bei bestimmten Signalen aus der Kryostase wecken. Das geschah auch, als wir einen ca. 4 Monate alten Notruf einer Raumstation empfangen haben, die in den offiziellen Karten nicht verzeichnet war. Der Notruf war zwar stark gestört, aber wir konnten erkennen, dass es um einen Biohazard-Vorfall ging und das Wort Isolation wurde genannt. Anhand der verwendeten Codes musste es sich um eine militärische Einrichtung handeln. Vielleicht gab es ja noch teures Laborequipment oder geheime Forschungsdaten zu bergen, die man gewinnbringend verkaufen konnte. Also machten wir uns auf, um die Situation vor Ort zu prüfen. Wir haben die Station dann auch erreicht, es war aber alles dunkel und sie war abgeriegelt, sah aber äußerlich intakt aus. Es war eine kleine Station mit einem Ring von etwa 100 Metern Durchmesser, einer Andockschleuse in der Rotationsachse sowie 16 Raummodulen, die an dem Ring befestigt waren. Wir verschafften uns Zugang zur Station und fanden sie verlassen vor. Also machten wir uns an die Arbeit, die Station nach lohnender Beute zu durchsuchen. Aber was war das? War da nicht ein Geräusch?

Das Szenario eignet sich perfekt für ein Con-Abenteuer und als Einstieg in FateCore. Eine Nebenwirkung der Kryostase ist nämlich, dass man noch kurze Zeit an einer teilweisen Amnesie leidet und erst nach und nach feststellt, welche Aspekte und Fertigkeiten einen auszeichnen. Wir erstellten also erst nur unser Konzept und das Dilemma, sowie die drei besten Fertigkeiten der Pyramide. Dann geht es auch schon los. Bei Bedarf entscheidet jeder Spieler, welche ordentlichen und guten Fertigkeiten er noch besitzt und welche Aspekte ihn charakterisieren.

Das Abenteuer war extrem fesselnd und von Anfang bis Ende wurde eine sich kontinuierlich steigernde Spannung aufgebaut. Außerdem ist es fast komplett in Textform vollendet, ein Stationsplan sowie eine 3D-Animation der Station gibt es bereits ebenfalls. Ich freue mich schon, wenn die finale Version der Community zugänglich wird.

Noch ein paar Worte zur Veranstaltung allgemein. Die Stimmung war sehr gut, aber leider sind keine absoluten Rollenspiel-Neulinge dazu gestoßen. Es war eigentlich der erweiterte Freundeskreis des Veranstalters, wobei auch ein relativer Neueinsteiger näher an unser Hobby herangebracht wurde. Klar, Hainburg ist nicht die Frankfurter Zeil, aber auch von anderen Veranstaltungen habe ich ähnliches gehört. In Frankfurt selbst hat das T3 wieder am GRT teilgenommen, allerdings gab es auch zwischen Frankfurt und Aschaffenburg drei weitere Veranstaltungen. Prinzipiell ist es ja gut, dass so viel Nachfrage herrscht, aber vielleicht wäre es zukünftig eine Überlegung wert, dass sich regionale Gruppen zusammentun und ihre Energie bündeln, so dass man statt drei kleinen Veranstaltungen eine etwas größere auf die Beine stellt, um so auch nach außen sichtbarer zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass der GRT eine tolle Institution ist, an der ich auch im kommenden Jahr gern wieder teilnehme!